Sieben reichen nicht!

Mit großem Bedauern haben die drei Vertrauensleute Elke Koch-Michel, Peter Zerche und Thomas Jochimsthal zur Kenntnis nehmen müssen, dass das von ihnen initiierte Bürgerbegehren “Drei reichen!” das Ziel eines Bürgerentscheides nicht erreicht hat.

Die erforderlichen 3.114 Unterschriften wurden nicht erreicht. Dennoch möchten sich die drei Vertrauensleuten bei allen 2.329 Personen bedanken, die das Unterfangen mit ihrer Unterschrift unterstützt haben.

Für das Scheitern gibt es verschiedene Gründe. Zum einen hatte der harte Kern von sieben Personen nur acht Wochen Zeit, um die notwendigen Unterschriften zu sammeln. Zum anderen fiel die Aktion genau in die Sommerferien und viele Gießenerinnen und Gießener waren im wohlverdienten Urlaub.

Auch hatten sie sich vom Verteilen der 10.000 Flyer eine größere Resonanz erwartet. Zudem war es nicht möglich, im Rahmen der Sondernutzung Plakate für das Bürgerbegehren aufzuhängen – dies wäre erst mit dem Bürgerentscheid möglich gewesen.

Und noch etwas fiel auf: Samstags sind wenige Menschen aus Gießen auf dem Seltersweg unterwegs. Die meisten Personen, die angesprochen wurden, waren aus dem Umland.

Anscheinend war es den Gießener Bürgerinnen und Bürger nicht zu vermitteln, dass der von der Koalition beschlossene vierte hauptamtliche Magistratsposten überflüssig ist. Denn die Arbeit ist über Nacht nicht mehr geworden, nur weil die CDU mit ins Koalitionsbett geholt werden musste, nachdem Rot-Grün abgewählt worden war. Dass dieser Posten den Steuerzähler jährlich etwa 150.000 Euro kostet, scheint die große Mehrheit nicht zu interessieren.

Noch etwas hatten die Verantwortlichen nicht bedacht: Die Gießener Linke hat sich der Unterschriftensammlung komplett verweigert und selbst politische Weggefährten von einst waren – aus welchen Gründen auch immer – nicht bereit, sich einzubringen.

Trotzdem waren sich alle sieben einig, dass sie sich nicht vergeblich für das Bürgerbegehren eingesetzt haben. Viele interessierte Gespräche haben Mut gemacht, nicht aufzugeben und bis zur letzten Minute zu sammeln. Und es gibt noch einen Plan B.

2 Gedanken zu „Sieben reichen nicht!

  1. Liebe Leute vom Bürgerbegehren

    Ich teile nicht die Meinung der sieben Hauptaktiven.

    Unseren – ich habe auch fleissig gesammelt – Kampf für ein Bürgerentscheid haben wir “krachend” verloren. Unsere Niederlage ist ein Sieg für den herrschenden Block. Das heisst ganz praktisch: Sollten bei der nächsten Kommunalwahl nur mit vier Fraktionen eine Regierungskoalition hinzubekommen sein, dann werden diese “Damen und Herren” sich nicht scheuen dann fünf “Absahner” in den Magistrat zu bestellen. Ich denke ich übertreibe nicht – dieses Bürgerbegehren ist für Giessen ein Desaster.

    Natürlich tut es weh, so hart zu verlieren, aber wir sind es dem Bevölkerungsteil in Giessen, welche nicht zum herrschenden Block zu zählen ist, gegenüber schuldig Klartext zu reden und nicht – aus welchen Gründen auch immer – etwas schönzureden oder wegzudiskutieren.

  2. Ahoi Herr Wagner,
    zum einen gehe ich davon aus, dass man sie als einen der sieben betrachtet hat.

    Zum anderen was soll krachend denn bedeuten? Es wurde an der 75%-Marke gekratzt. Dies langt zwar nicht, aber mehr als 2.000 Unterschriften sind keine krachende Niederlage. Dies wäre eher bei einem Endstand unter 50% so gewesen.

    Und bei einem Bürgerentscheid wäre der Ausgang weiterhin ungewiss. Evt. könnte es auch eine Mehrheit für den vierten Hauptamtlichen geben.

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